Welche Bilder schlucken Schall und welche erzeugen Schall?

7 verschiedene Bildtypen stehen nebeneinander: Akustikbild, Wandbild mit Holzrahmen, Leinwandbild, bedruckte Absorberplatte, Dibond-Bild, Metallplatte mit Fotodruck sowie Acrylglasplatte mit Fotodruck

Textilbespannte Akustikbilder wie die der Akustikbild-Manufaktur, direkt bedruckte Absorberplatten etwa aus PET-Vlies und akustisch wirksame Wandpaneele mit Filz nehmen Schall auf. Acrylglas- und Aludibondbilder reflektieren ihn dagegen überwiegend. Auch normale Leinwandbilder sind keine verlässlichen Schallabsorber: Ob Dämmmaterial dahinter helfen kann, hängt davon ab, wie schalldurchlässig die bedruckte Leinwand ist. Für eine gute Wirkung braucht es eine schalloffene Oberfläche, einen ausreichend dicken Absorber und genügend Bildfläche. Dünne Materialien nehmen meist vor allem hohe Töne auf; dickere Absorber können auch tiefere Töne besser erfassen. Gerade für die Sprachverständlichkeit ist es wichtig, den Nachhall über einen breiten Teil des Sprachbereichs zu reduzieren – nicht nur bei den hohen Tönen.

Was gilt überhaupt als „Bild“?

Im Alltag meinen wir mit „Bild“ nicht nur Papier mit oder ohne einen Rahmen. All diese Formen werden als “Bilder” wahrgenommen:

  • Echte Malereien
  • Dekorative Wandbilder wie Fotoausdrucke, Kunstdrucke oder Leinwände
  • Textilbespannte Rahmen, z.B. mit Filz
  • Bilder mit Gipskunst oder Holzkunst
  • Direkt bedruckte platten (z. B. Akustikplatten, Dibond-platten, Metallplatten, Acrylplatten)
  • Großflächige Motivtapeten bzw. bedruckte Wandbekleidungen

Akustisch entscheidend ist jedoch nicht die Optik, sondern der innere Aufbau.

Welche Bilder schlucken Schall?

Schall kann von textilbespannten Akustikbildern, direkt bedruckten Absorberplatten, bedruckten akustischen Wandverkleidungen sowie mikroperforierte Bildflächen.

  1. Textilbespannte Akustikbilder
    Diese Bauform gilt als Klassiker unter den Akustikbildern.
    1.  Aufbau:
      • schalloffenes Textil mit Motivdruck
      • dahinter ein poröser Absorberkern (z. B. Akustikschaum, Mineral‑ oder Polyesterfaser)
    2. Wirkung:
      • reduziert Nachhall
      • verbessert Sprachverständlichkeit
      • senkt Höranstrengung
    3. Praxischeck:
  2. Direkt bedruckte Absorberplatten
    Hier wird das Motiv direkt auf die schallabsorbierende Platte gedruckt – ohne zusätzlichen Stoffbezug.
    1. Typische Materialien:
      • PET‑Filz / Polyesterfaserplatten
      • faserige Akustikplatten mit UV‑Direktdruck
      • Fachlich wichtig: Der Druck darf die Oberfläche nicht versiegeln. Geeignete Direktdruckverfahren erhalten die Offenporigkeit des Materials.
    2. Einordnung:
      • sehr ruhige, reduzierte Optik
      • häufig im Büro‑ und Objektbereich
      • klare Verbindung von Gestaltung und Akustik
  3. Bedruckte akustische Wandverkleidungen
    Großflächige Lösungen, die wie ein Wandbild wirken, technisch aber eine schallabsorbierende Wandoberfläche sind. Das Absorbermaterial wird hierbei direkt an der Wand befestigt. Davor wird ein Textil von gespannt – über die gesamte Wandfläche.
    1. Einsatz:
      • große Räume
      • Flure, Wartezonen, Besprechungsbereiche
      • architektonisch ruhige Gestaltung
  4. Mikroperforierte Bildflächen (Sonderlösung)
    Technische Akustiksysteme mit fein gelochter Oberfläche und definierter Luft‑ oder Dämmschicht dahinter.
    1. Einsatz:
      • Akustisch wirksam, gestalterisch eher sachlich – im Wohnbereich selten.
      • Hotellobby und Gänge

Übersicht: Von Bildtypen, die Schall schlucken bis Bilder, die Hall erzeugen?

In dieser Tabelle sehen Sie im direkten Vergleich, welche Bilder absorbierende Eigenschaften haben und welche sich negativ auf die Raumakustik auswirken. 

Bauform / BildtypAkustische WirkungWarumTypische Einordnung
Textilbespanntes AkustikbildschallabsorbierendSchall dringt durch ein schalloffenes Textil in einen porösen Kern und wird dort gedämpft.Sehr gut für Sprache & Alltag (Büro, Praxis, Wohnraum)
Direkt bedruckte Absorberplatte (z. B. PET-Filz)schallabsorbierendOffenporiges, faseriges Material nimmt Schall auf; der Direktdruck erhält die Porenstruktur.Reduzierte, moderne Optik (Büro- und Objektbereiche)
Akustische Wandbekleidung mit MotivdruckschallabsorbierendGroßflächige schallabsorbierende Oberfläche wirkt wie eine integrierte Absorberfläche.Ruhige, architektonische Lösung für größere Räume
Akustisch wirksame Tapeten / Wandbelägeeingeschränkt wirksamDünne, offenporige Struktur nimmt Schall auf, Wirkung stark abhängig von Materialstärke und Untergrund.Ergänzende Lösung für große Flächen ohne Bilder
Filzbild (dünn)eingeschränkt wirksamWirkt vor allem in höheren Frequenzen, geringe Materialstärke begrenzt die Absorption.Sinnvoll als Ergänzung, ersetzt keinen Absorberkern
Normale Leinwand (ohne Absorberkern)kaum wirksamKein poröses Material vorhanden, Wirkung überwiegend dekorativ.Optisch stark, akustisch meist neutral
AcrylglasbildhallverstärkendHarte, glatte Oberfläche reflektiert Schall nahezu vollständig.In halligen Räumen besonders ungünstig
Glasbild / Bild hinter GlashallverstärkendGlas reflektiert Schall ähnlich wie eine Fensterfläche.Problematisch bei vielen glatten Oberflächen
Aluminium-Dibond / MetallkaschierunghallverstärkendMetallische Oberfläche reflektiert Schall stark.Oft unterschätzt, akustisch sehr hart
Hochglanz- oder versiegelte BildoberflächenhallverstärkendGeschlossene Oberfläche lässt keinen Schall ins Material eindringen.Akustisch ungünstig, besonders auf großen Flächen
Echte Malereien (Acryl- oder Ölfarbe auf Leinwand/Platte)hallverstärkendDie Farbschichten bilden eine weitgehend geschlossene Oberfläche, die Schall reflektiert statt aufzunehmen.Hochwertig und dekorativ, akustisch jedoch meist ungünstig

Legende zur Tabelle:

schallabsorbierend

reduziert Nachhall spürbar und verbessert die Sprachverständlichkeit.

eingeschränkt wirksam

trägt leicht zur Dämpfung bei, ersetzt jedoch keine gezielte akustische Maßnahme.

hallverstärkend

reflektiert Schall und kann den Nachhall im Raum erhöhen.

Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt

Ein Textildruck kann hochwirksam sein – oder praktisch wirkungslos. Eine Platte kann Hall reduzieren – oder ihn sogar verstärken. Wie können Sie nun also feststellen, welche Bilder Schall schlucken?

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Motiv, sondern im technischen Aufbau.

Prüfen Sie daher diese beiden Punkte:

  • Ist die Oberfläche schalloffen oder handelt es sich um eine harte, geschlossene Fläche?
  • Gibt es ein poröses Material, das Schall aufnehmen kann?

Wer diese beiden Punkte beherzigt, kann Bilder gezielt auswählen – unabhängig von Stil, Farbe oder Thema – und vermeidet Investitionen, die akustisch keine Wirkung entfalten.

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