Wie Akustikbilder im Großraumbüro wirken und wann sie sinnvoll sind

Wie Akustikbilder im Großraumbüro wirken und wann sie sinnvoll sind

Großraumbüros sind aus moderner Arbeitswelt kaum wegzudenken – doch ihre akustischen Herausforderungen sind vielfältig. Der Schlüssel zu einer gelungenen Raumakustik liegt nicht nur in der Auswahl einzelner Maßnahmen, sondern in ihrer durchdachten Kombination. Akustikbilder sind dabei ein wertvolles Element – aber nie die einzige Lösung. Akustikbilder sind also ein wichtiger Baustein, doch ihre Wirkung entfaltet sich am besten in einem durchdachten Gesamtkonzept aus Zonierung, Deckenabsorbern und bewusst gestalteten Rückzugszonen.

Akustikbilder: Mehr Ruhe und Atmosphäre an den Wänden

Akustikbilder reduzieren störenden Nachhall, besonders dort, wo große Wandflächen hallende Schallreflexionen verursachen – zum Beispiel hinter Schreibtischen, in Übergangsbereichen oder über Sideboards. Sie sind eine effektive Ergänzung, um die Raumakustik gezielt zu verbessern und gleichzeitig die visuelle Atmosphäre aufzuwerten.

Doch klar ist auch: Im Großraumbüro braucht es mehr als das.

Verschiedene Typen von Großraumbüros mit unterschiedlichen Nutzungen führen auch zu verschiedenen Lösungsansätzen

Großraumbüro ist nicht gleich Großraumbüro. Die akustische Planung sollte sich immer an der Nutzung orientieren. Wir unterscheiden diese vier wichtigen Formen von Großraumbüros:

  1. Telefonintensiver Großraum
  2. Großraum mit Schreibtischinseln für Teams
  3. Großraum als Ruhigarbeitsbereich
  4. Großraum mit gemischter Nutzung

1. Telefonintensiver Großraum (z. B. Kundenservice, Vertrieb)

Ziel: Reduzierung von Störschall, Verbesserung der Sprachverständlichkeit im Nahbereich.

Empfehlung: Kombinieren Sie Akustikbilder in direkter Gesprächsnähe mit Deckensegeln über Arbeitsplätzen und schallabschirmenden Stellwänden. Noch besser: Bereiche akustisch zonen und trennen. Auch Tischaufsteller können hilfreich sein, wenn sie die richtige Höhe haben. Erwägen Sie den Einsatz von Tischtrennern mit mehr als 80 cm Höhe (= Optische Trenner).

2. Großraum mit Schreibtischinseln für verschiedene Teams und Besprechungsecken

Ziel: Raumgliederung, angenehmer Grundklang

Empfehlung: Akustikbilder helfen, Gesprächsbereiche optisch und akustisch einzurahmen. In Kombination mit freihängenden Deckenabsorbern und strukturiertem Mobiliar entsteht ein lebendiges, aber nicht lautes Umfeld.

3. Großraum als Ruhigarbeitsbereich (z. B. für Fokusarbeit, Lektorat, Software-Entwicklung)

Ziel: Minimale Geräuschkulisse, hohe Konzentration

Empfehlung: Setzen Sie auf raumhohe Absorber, Teppiche, schallhemmende Wandgestaltung – und ergänzen Sie mit Akustikbildern zur Nachhallreduktion an glatten Wandflächen. Auch Rückzugszonen („Silent Spaces“) sind hier hilfreich.

4. Großraum mit gemischter Nutzung in Verbindung mit angrenzenden Räumen (z. B. offene Küchen, Lounges, Meetingräume)

Ziel: Schallausbreitung verhindern, Zonen klar definieren

Empfehlung: Am wirksamsten ist eine Zonierung mit Möbeln ergänzt mit Pflanzen sowie gezielte Absorber an Wand und Decke. Nutzen Sie Akustikbilder in Übergangsbereichen zwischen Arbeitszone und Laufbereich sowie am Kopfende des Raumes.

Was leisten Akustikbilder im Großraumbüro?

Akustikbilder ergänzen ein gutes Gesamtkonzept. Sie verbessern die Raumakustik dort, wo harte Flächen (z. B. Glas oder Beton) für störenden Nachhall sorgen – vor allem an Wänden, an denen keine Möbel in Sprechhöhe stehen oder die vorhandenen Möbel ebenfalls glatte, geschlossene Flächen aufweisen. Sie tragen zu einem angenehmeren Klangempfinden bei, z.B. in kleineren Zonen innerhalb des Großraums, bei Laufwegen (wo sich auch unterhalten wird) sowie bei Räumen ohne Zonierung an den Kopfenden und Seiten.

Akustikbilder im Großraum sind akustisch wirksames, emotionales Raumdekor
Ein Akustikbild im Ruhigbereich eines Software-Büros (Gaming-Industrie) ist akustisch wirksam und wie hier zu sehen auch emotionales Bindeglied.

Fachlich wichtig in Hinblick auf Akustikbilder im Großraumbüro:

Akustikbilder im Großraumbüro helfen, störenden Nachhall zu reduzieren – besonders dann, wenn große Wandflächen ungedämpft sind. Sie absorbieren reflektierten Schall, der sonst durch den Raum wandert und sich mit anderen Schallquellen überlagert. Das verbessert die Sprachverständlichkeit und sorgt für ein angenehmeres Klangbild.

Besonders hilfreich sind Akustikbilder:

  • an den Wänden am Rand des Raums, wo Reflexionen oft besonders stark wirken,
  • in der Nähe von Gesprächsbereichen, um die Ausbreitung von Schall direkt an der Quelle zu bremsen.

Und Deckensegel?
Deckensegel absorbieren reflektierten Schall von der Decke. Sie helfen, den allgemeinen Geräuschpegel zu senken, wirken jedoch nicht direkt auf die Sprache einer einzelnen Person. Besonders in offenen Räumen mit wenig Struktur sind sie unverzichtbar.

Die beste Wirkung erzielen Akustikbilder im Großraumbüro also immer im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen. Sie finden einen Fachartikel hierzu bei Fuchs Raumingieure mit Hörbeispielen.

Ganzheitlich denken – individuell planen.

Wenn Sie die Akustik im Großraumbüro verbessern möchten, lohnt es sich, ganzheitlich zu denken:
Wo wird gesprochen? Wo konzentriert gearbeitet? Wo vermischen sich Nutzungen?

Unser Team unterstützt Sie gern bei der Planung mit konkreten Empfehlungen zur Flächenaufteilung, Platzierung von Akustikelementen und auf Wunsch mit einer Visualisierung für Ihr Büro.

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