Die benötigte Anzahl an Schallabsorbern hängt von der Leistungsfähigkeit der Schallabsorber sowie ihrer Platzierung und von der Raumgröße, Raumhöhe, Nutzung des Raumes und dem Anteil glatter Flächen ab.
Als grobe Orientierung für möblierte Wohn- oder Büroräume mit etwa 2,50 m Höhe können 30–45 % der Grundfläche als zusätzliche Fläche leistungsfähiger, etwa 5 cm starker Akustikelemente dienen. Diese unverbindliche Planungsgröße ersetzt keine Berechnung für den konkreten Raum und sein akustisches Ziel.
Eine auf Ihren Raum abgestimmte zusätzliche Absorbermenge passend zur DIN 18041 “Hörsamkeit in Räumen” kann von uns berechnet werden sowie die Platzierung im Rahmen einer Beratung passgenau auf Ihren Raum zugeschnitten werden.
Wie viele Schallabsorber braucht man?
Diese Frage hören wir oft und sie ist absolut berechtigt. Denn insbesondere der Klang von Sprache in einem Raum ist entscheidend dafür, ob Menschen sich wohlfühlen. Jedoch klingt jeder Raum anders und genau deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.
Warum es keine pauschale Antwort gibt
Ob ein Raum hallig, laut oder unangenehm klingt, hängt nicht nur von seiner Größe ab. Entscheidend sind unter anderem:
- die Raumgröße und -höhe, sowie die damit verbundene Raumgeometrie
- die bauliche Substanz
- der Anteil glatter Flächen (Wände, Glas, Böden, Möbel)
- die Nutzung des Raums (Gespräch, Arbeiten, Essen, Spielen)
Dazu kommt die Frage nach dem eigentlichen Ziel, das Sie erreichen möchten (z. B. leiser, entspannter, bessere Sprachverständlichkeit).
Ein leerer Raum mit viel Glas verhält sich akustisch völlig anders als ein gut möblierter Raum mit Teppich, Vorhängen und Pflanzen – selbst bei identischen Maßen.
Typische Fragen, die bei der Einschätzung eine Rolle spielen, sind zum Beispiel:
- Wie groß ist er – inklusive Raumhöhe?
- Wie viele glatte Flächen gibt es?
- Wie hallig oder laut wirkt der Raum?
- Wie wird der Raum genutzt?
- Was soll sich konkret verbessern?
Diese Punkte greifen ineinander und lassen sich am besten gemeinsam betrachten.
Deshalb arbeiten wir in unserer Beratung mit einem strukturierten Fragebogen, der alle relevanten Aspekte berücksichtigt.
Diese beiden Planungsvarianten führen zu einer besseren Raumakustik
1. Die pragmatische Faustregel:
schnell besser hören
Wenn Sie rasch zu einer spürbaren Verbesserung kommen möchten, können Sie mit einer einfachen Faustregel arbeiten:
Für die oben beschriebenen Räume können Sie als unverbindliche Startgröße mit etwa 30–45 % der Grundfläche als zusätzlicher Absorberfläche rechnen.
Die Grundfläche beträgt 20 m².
- 30 % entsprechen 6 m² Absorberfläche.
- 45 % entsprechen 9 m² Absorberfläche.
Wie stark der Nachhall damit abnimmt, hängt von der vorhandenen Einrichtung, den Absorbern und ihrer Montage ab. Ein bestimmter Flächenanteil garantiert keine bestimmte Nachhallzeit.
Bei sehr hohen Räumen oder stark hallenden Situationen sind häufig mehr Absorber sinnvoll – dann in Kombination aus Wand- und Deckenabsorbern.
Die obige Faustregel ersetzt keine exakte Planung, liefert aber eine gute Orientierung, wenn Sie schnell vorankommen möchten oder gestalterische Einschränkungen haben.
Ein Beispiel:
Ihr Raum ist 5 × 4 m groß und 2,50 m hoch. Die Grundfläche beträgt 20 m².
- 30 % entsprechen 6 m² zusätzlicher Absorberfläche.
- 45 % entsprechen 9 m² zusätzlicher Absorberfläche.
Diese Spanne hilft Ihnen bei der ersten Größen- und Budgetplanung. Wie stark der Nachhall tatsächlich abnimmt, hängt von der Einrichtung, den verwendeten Absorbern und ihrer Montage ab.
Eine bestimmte Nachhallzeit lässt sich daraus noch nicht ableiten. Das zeigt die genauere Beispielrechnung daneben.
2. Die detaillierte Berechnung:
mehr Planung für mehr Sicherheit
Für Arbeitsräume, Besprechungsräume, Praxen oder anspruchsvolle Wohnsituationen reicht eine Faustregel mitunter nicht aus. So können beispielsweiese Raumgeometrien sehr speziell sein – z.B. mit einer Galerieebene – oder aber bestimmte Normwerte sollen eingehalten werden.
In solchen Fällen berechnen wir die benötigte Absorberfläche nach akustischen Modellen (z. B. auf eine Ziel-Nachhallzeit von etwa 0,6 Sekunden oder angepasst an die Nutzung) und kombinieren dies mit einem konkreten Platzierungsvorschlag.
Für eine präzise akustische Planung wird häufig mit der sogenannten Sabine-Formel gearbeitet. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen Raumvolumen, vorhandenen schallabsorbierenden Flächen und der Nachhallzeit eines Raumes. Ziel ist es, eine Nachhallzeit zu erreichen, die zur Nutzung passt – zum Beispiel etwa 0,6 Sekunden in Räumen, in denen gesprochen oder konzentriert gearbeitet wird. Die Sabine-Formel hilft dabei, die benötigte Absorberfläche rechnerisch zu bestimmen und Akustiklösungen gezielt statt „nach Gefühl“ einzusetzen.
Sabinesche Formel:
T[s] = 0,163 x V / A
T = Nachhallzeit
V = Raumvolumen in m³
A = äquivalente Schallabsorptionsfläche in m²
Der Raum ist 5 × 4 m groß und 2,50 m hoch. Das ergibt 20 m² Grundfläche und 50 m³ Raumvolumen.
Für diese Beispielrechnung nehmen wir an:
aufgeklebtes Parkett, massive Wände und Decke mit glattem Putz, zwei Fenster mit Isolierverglasung, jeweils 1,2 m², eine lackierte Holztür mit 2,8 m², vier unbesetzte Polsterstühle mit Textilbezug, einen Tisch, dessen zusätzlichen Absorptionsbeitrag wir vereinfachend nicht anrechnen, keine Vorhänge, Teppiche oder weiteren Absorber und keine anwesenden Personen (da die Normen häufig ohne Personen Zielwerte vorgeben)
Als zusätzliche Absorber verwenden wir die geprüften Werte unserer etwa 5 cm starken Akustikbilder bei unmittelbarer Wandmontage.
Die vereinfachte Berechnung ergibt:Nach vereinfachter Sabine-Berechnung benötigen Sie ungefähr:
- Für bis zu 0,8 Sekunden Nachhallzeit:
rund 8,5 m² zusätzliche Absorberfläche - Für bis zu 0,6 Sekunden Nachhallzeit:
rund 12 m² zusätzliche Absorberfläche
Das entspricht etwa 43 % beziehungsweise 65 % der Grundfläche.
Die beiden Nachhallzeiten sind hier gewählte Vergleichsziele. Sie sind keine allgemeine Vorgabe für jeden Raum. Das kürzere Ziel erfordert in diesem Beispiel deutlich mehr Absorberfläche.
Gerechnet wurde getrennt für die Tonbereiche bei 250, 500, 1.000 und 2.000 Hz. Die jeweils größte benötigte Bildfläche bestimmt die Empfehlung.
So reicht häufig eine einfache Faustregel – manchmal lohnt sich jedoch auch ein genauer Blick.
Wenn Sie möchten, schauen wir gemeinsam auf Ihren Raum, hören genau hin und sagen Ihnen ehrlich, ob eine grobe Orientierung ausreicht oder ob eine Berechnung sinnvoll ist, um spürbar Ruhe hineinzubringen: → Weiter zur Beratung
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