Wie viele Schallabsorber benötige ich?

Headerbild mit Buchstaben-Würfeln und symbolischem Wortspiel aus Gern und Lern

Die benötigte Anzahl an Schallabsorbern hängt von der Leistungsfähigkeit der Schallabsorber sowie ihrer Platzierung und von der Raumgröße, Raumhöhe, Nutzung des Raumes und dem Anteil glatter Flächen ab. Als Orientierung gilt: 1–4 große Akustikelemente guter Qualität reichen für je 20 qm Grundfläche.

Das entspricht in der Regel ca. 15–45 % als zusätzlich wirksame Absorberfläche.

  • 15–25 % bei leichtem Hall oder für Teilbereiche
  • 25–35 % bei deutlich hörbarem, störendem Hall
  • Bis zu 60 % bei sehr starkem Hall und hoher Geräuschbelastung, z.B. in Kitas

Exakte Vorgaben zur Menge passend zur DIN 18041 “Hörsamkeit in Räumen” können von uns berechnet werden sowie die Platzierung im Rahmen einer Beratung passgenau auf einen Raum zugeschnitten werden.

Wie viele Schallabsorber braucht man?

Diese Frage hören wir oft und sie ist absolut berechtigt. Denn insbesondere der Klang von Sprache in einem Raum ist entscheidend dafür, ob Menschen sich wohlfühlen. Jedoch klingt jeder Raum anders und genau deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Warum es keine pauschale Antwort gibt

Ob ein Raum hallig, laut oder unangenehm klingt, hängt nicht nur von seiner Größe ab. Entscheidend sind unter anderem:

  • die Raumgröße und -höhe, sowie die damit verbundene Raumgeometrie
  • die bauliche Substanz
  • der Anteil glatter Flächen (Wände, Glas, Böden, Möbel)
  • die Nutzung des Raums (Gespräch, Arbeiten, Essen, Spielen)

Dazu kommt die Frage nach dem eigentlichen Ziel, das Sie erreichen möchten (z. B. leiser, entspannter, bessere Sprachverständlichkeit).

Ein leerer Raum mit viel Glas verhält sich akustisch völlig anders als ein gut möblierter Raum mit Teppich, Vorhängen und Pflanzen – selbst bei identischen Maßen.

Typische Fragen, die bei der Einschätzung eine Rolle spielen, sind zum Beispiel:

  • Wie groß ist er – inklusive Raumhöhe?
  • Wie viele glatte Flächen gibt es?
  • Wie hallig oder laut wirkt der Raum?
  • Wie wird der Raum genutzt?
  • Was soll sich konkret verbessern?

Diese Punkte greifen ineinander und lassen sich am besten gemeinsam betrachten.
Deshalb arbeiten wir in unserer Beratung mit einem strukturierten Fragebogen, der alle relevanten Aspekte berücksichtigt.

Zum Fragebogen Raumakustik

Diese beiden Planungsvarianten führen zu einer besseren Raumakustik

1. Die pragmatische Faustregel:
schnell besser hören

Wenn Sie rasch zu einer spürbaren Verbesserung kommen möchten, können Sie mit einer einfachen Faustregel arbeiten:

Rechnen Sie mit etwa 15–35 % der Grundfläche als wirksame Absorberfläche.

  • ca. 15–25 %
    bei leichtem Hall oder wenn nur ein Teilbereich verbessert werden soll
    (z. B. Schreibtisch oder Esstisch)
  • ca. 25–45 %
    bei deutlich hörbarem, störendem Hall

Bei sehr hohen Räumen oder stark halligen Situationen kann auch mehr sinnvoll sein – häufig in Kombination aus Wand- und Deckenabsorbern.

Diese Faustregel ersetzt keine exakte Planung, liefert aber eine gute Orientierung, wenn Sie schnell vorankommen möchten oder gestalterische Einschränkungen haben.

Ein Beispiel:

Ihr Raum ist 5 × 4 m groß und 2,8 m hoch.
Die Grundfläche beträgt 20 m².

  • 15 % entsprechen ca. 3 m² Absorberfläche
  • 35 % entsprechen ca. 7 m² Absorberfläche

Bereits die 15 % führen in vielen Fällen bereits zu einer deutlich hörbaren Verbesserung, wenngleich weiterhin Hall im Raum zu hören ist. Eher 40-45% schaffen einen sehr starken Unterschied, bei dem der Hall für viele Menschen kaum noch wahrnehmbar ist.

Rund 60 % empfehlen wir bei sehr starker Geräuschbelastung, z.B. in Kitas.

2. Die detaillierte Berechnung:
mehr Planung für mehr Sicherheit

Für Arbeitsräume, Besprechungsräume, Praxen oder anspruchsvolle Wohnsituationen reicht eine Faustregel mitunter nicht aus. So können beispielsweiese Raumgeometrien sehr speziell sein – z.B. mit einer Galerieebene – oder aber bestimmte Normwerte sollen eingehalten werden.

In solchen Fällen berechnen wir die benötigte Absorberfläche nach akustischen Modellen (z. B. auf eine Ziel-Nachhallzeit von etwa 0,6 Sekunden oder angepasst an die Nutzung) und kombinieren dies mit einem konkreten Platzierungsvorschlag.

Für eine präzise akustische Planung wird häufig mit der sogenannten Sabine-Formel gearbeitet. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen Raumvolumen, vorhandenen schallabsorbierenden Flächen und der Nachhallzeit eines Raumes. Ziel ist es, eine Nachhallzeit zu erreichen, die zur Nutzung passt – zum Beispiel etwa 0,6 Sekunden in Räumen, in denen gesprochen oder konzentriert gearbeitet wird. Die Sabine-Formel hilft dabei, die benötigte Absorberfläche rechnerisch zu bestimmen und Akustiklösungen gezielt statt „nach Gefühl“ einzusetzen.

Sabinesche Formel:

T[s] = 0,163 x V / A

T = Nachhallzeit
V = Raumvolumen in m³
A = äquivalente Schallabsorptionsfläche in m²

Ihr Raum ist 5 × 4 m groß, 2,8 m hoch. Er hat damit 20 m² Grundfläche und 56 m³ Raumvolumen. Angenommen sind außerdem: Laminatboden, harte Wände/Decke, 2 Fenster mit je 1,2 qm, 1 große Tür, mit etwa 2,8 qm, 1 Tisch sowie 4 Stühle.

Nach vereinfachter Sabine-Berechnung benötigen Sie ungefähr:

  • Für ca. 0,8 Sekunden Nachhallzeit:
    rund 8,5 m² zusätzliche Absorberfläche
  • Für ca. 0,6 Sekunden Nachhallzeit:
    rund 12,5–13 m² zusätzliche Absorberfläche

Das entspricht bei diesem Raum etwa 42 % der Grundfläche für 0,8 s und etwa 63 % der Grundfläche.

So reicht häufig eine einfache Faustregel – manchmal lohnt sich jedoch auch ein genauer Blick.

Wenn Sie möchten, schauen wir gemeinsam auf Ihren Raum, hören genau hin und sagen Ihnen ehrlich, ob eine grobe Orientierung ausreicht oder ob eine Berechnung sinnvoll ist, um spürbar Ruhe hineinzubringen: → Weiter zur Beratung

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