Wie viele Akustikbilder ein Wartezimmer benötigt, hängt von der Raumgröße, den verwendeten Baumaterialien und der Einrichtung ab. Denn auch Polsterstühle, Bodenbeläge und andere Oberflächen absorbieren bereits einen Teil des Schalls.
Die DIN 18041 bietet eine Orientierung für die insgesamt erforderliche Schallabsorption. Anhand von drei typischen Wartezimmern zeigen wir, wie viel Absorptionsfläche zusätzlich durch Akustikbilder ergänzt werden sollte.
Warum ist wenig Hall im Wartezimmer wichtig?
In einem halligen Wartezimmer kann es schnell unangenehm laut werden. Gespräche, Schritte und Telefonklingeln werden von den Wänden und anderen harten Oberflächen zurückgeworfen. Die Geräusche überlagern sich und der Raum wirkt unruhig.
Akustikbilder nehmen einen Teil dieses Schalls auf. Gespräche klingen weniger hallig, Geräusche klingen schneller ab und das Stimmengewirr wird weniger störend. Das macht den Aufenthalt für Patienten angenehmer und kann auch das Praxispersonal entlasten.
Wie viele Akustikbilder sind im Wartebereich sinnvoll?
Die DIN 18041 („Hörsamkeit in Räumen“) gibt Empfehlungen für eine gute Raumakustik. Für Patientenwartezimmer gilt die Nutzungsart B3. Der Wert gilt für den eingerichteten Raum ohne anwesende Personen. Die Schallabsorption von Boden, Wänden, Decke und Möbeln wird berücksichtigt. Geprüft wird das Verhältnis getrennt in den vier Frequenzbändern bei 250, 500, 1.000 und 2.000 Hz. Für höhere Räume nennt die DIN einen von der Raumhöhe abhängigen Orientierungswert. Bei einer Raumhöhe von 2,50 m empfiehlt die Norm eine wirksame Schallabsorptionsfläche von mindestens 0,20 m² pro Kubikmeter Raumvolumen.
Ein Beispiel: Ein 25 m² großes Wartezimmer benötigt demnach insgesamt 12,5 m² wirksame Schallabsorptionsfläche.
Das heißt aber nicht, dass Sie 12,5 m² Akustikbilder aufhängen müssen. Denn auch Polsterstühle, Boden, Wände und Decke absorbieren bereits einen Teil des Schalls. Die Akustikbilder ergänzen nur das, was noch fehlt.
| Raumgröße | Benötigte Schallabsorption gemäß DIN-Norm | Davon bereits vorhanden durch Einrichtung und Ausstattung | Zusätzlich benötigte Akustikbilder-Fläche (gerundet) | Beispielhafte Bildgrößen | |
|---|---|---|---|---|---|
| 12 m² (30 m³) | 3 m x 4 m | ≈ 6,0 m² | ≈ 4,5 m² 4 Stühle, kein Tisch, 4 gepolsterte Stühle mit Textilbezug, 1 Fenster mit ca. 1,5 qm) | ≈ 2 m² | 2 Stk. 120×80 cm = 1,92 qm |
| 25 m² (62,5 m³) | 4,2 m x 6 m | ≈ 12,5 m² | ≈ 8 m² 8 Stühle, Tisch, 8 gepolsterte Stühle mit Textilbezug, 2 Fenster mit ca. 1,5 qm) | ≈ 5,5 m² | 1 Stk. 400×90 cm 2 Stk. 90×90 cm = 5,2 qm |
35 m² | 5 m x 7 m | ≈ 17,5 m² | ≈ 11 m² 12 Stühle, 2 Tische, 12 gepolsterte Stühle mit Textilbezug, 4 Fenster mit ca. 1,5 qm) | ≈ 6 m² | 1 Stk. 400×100 cm 2 Stk. 100×100 cm Tipp: Bei dieser Raumgröße und sehr starkem Hall können ergänzende Deckenabsorber sinnvoll sein. |
Die erforderliche Gesamtabsorption orientiert sich an der DIN 18041, Nutzungsart B3. Die bereits vorhandene Absorption durch Boden, Wände, Decke und Einrichtungsgegenstände wurde anhand exemplarischer Material- und Einrichtungswerte überschlägig berücksichtigt. Für den Boden wurde Parkett und für die Wände und Decke Trockenbauwände angenommen.
Für die zusätzlich benötigte Akustikbildfläche wurden die frequenzabhängigen Absorptionswerte unserer 5 cm starken Akustikbilder verwendet. Diese wurden nach DIN EN ISO 354 im Hallraum geprüft (Prüfbericht Nr. 1832-001-19).
Die Werte sind eine erste Orientierung, keine feste Vorgabe für jeden Raum. Je nach Bauweise und Einrichtung kann die benötigte Akustikbildfläche abweichen. Senden Sie uns gerne Ihre Raummaße und einige Fotos – wir helfen Ihnen bei der Auswahl.
Wie hört sich ein gut gedämpftes Wartezimmer an?
In einem gut gedämpften Raum sind die Geräusche nicht verschwunden. Aber sie klingen kürzer und weniger hallig. Wenn jemand spricht, hört man vor allem die Stimme und weniger deren Nachhall. Stühlerücken klingt nicht so lange nach. Und wenn mehrere Menschen gleichzeitig sprechen, vermischen sich die Stimmen weniger stark.
Genau das ist das Ziel einer guten Raumakustik.
Was bleibt hörbar? Ein lautes Gespräch, ein weinendes Kind oder ein klingelndes Telefon bleiben natürlich zu hören. Akustikbilder machen einen Raum nicht schalldicht. Sie sorgen vor allem dafür, dass Geräusche nicht so stark von den Oberflächen zurückgeworfen werden.
Die DIN 18041 gibt dafür eine Orientierung – sie garantiert aber nicht, dass ein Wartezimmer bei jeder Nutzung leise ist.
Was ist besser? Wenige große oder viele kleine Akustikbilder?
Ob Sie 1 großes oder mehrere kleine Akustikbilder aufhängen, ist für die akustische Wirkung im ersten Schritt nicht relevant. Es zählt vor allem die Gesamtfläche.
Aber:
- Mehrere kleinere Bilder lassen sich gezielter verteilen. So werden Reflexionen aus verschiedenen Richtungen bedämpft und das Klangbild wird gleichmäßiger.
- 1 großes Bild wirkt dagegen visuell ruhiger, lässt sich einfacher montieren und ist wirtschaftlich oft günstiger.
Praktische Empfehlungen für Akustikbilder im Wartezimmer
- Große Flächen zuerst behandeln: längere Wände oder Decke über dem Wartebereich.
- Flächen verteilen: nicht alle Elemente an einer Wand konzentrieren.
- Raumcharakter berücksichtigen:
Viele schallharte Flächen können den Bedarf an Akustikbildern erhöhen. Gepolsterte Möbel, Vorhänge und andere schallabsorbierende Materialien können ihn dagegen verringern. - Gestaltung mitdenken: Motive, Rahmenfarben und Größen sollten zur Raumwirkung beitragen – nicht nur zur Akustik.
Wir empfehlen Ihnen hierfür auch unseren Artikel über die → Wandgestaltung in Arztpraxen
Wie viele Akustikbilder braucht man für ein Wartezimmer?
Für Patientenwartezimmer bis 2,50 m Höhe nennt die DIN 18041 einen Orientierungswert von mindestens 0,20 m² wirksamer Schallabsorptionsfläche je Kubikmeter Raumvolumen. Gemeint ist die gesamte Absorption durch Raumoberflächen, Einrichtung und zusätzliche Absorber – ohne anwesende Personen. Die zusätzlich benötigte Bildfläche ergibt sich erst nach Berücksichtigung der vorhandenen Absorption und der geprüften Produktwerte.
Für unsere beispielhaft ausgestatteten Wartezimmer ergeben sich folgende Orientierungswerte: Bei 12 m² Raumfläche etwa 1,5 m² Akustikbilder, bei 25 m² etwa 4 m² und bei 35 m² etwa 6 m².
Diese Fläche kann auf ein großes oder mehrere kleinere Akustikbilder verteilt werden. Entscheidend ist die insgesamt wirksame Absorptionsfläche.
Welche Größe sollten Akustikbilder im Wartezimmer haben?
Je größer die Fläche der Akustikbilder, desto effektiver ist die Wirkung auf die Raumakustik im Wartezimmer.
Formate wie 140 x 100 cm oder 120 x 80 cm sind ideal, wenn Sie mehrere Bilder kombinieren möchten. Große Akustikbilder wie 400 x 80 cm sind perfekt entlang längerer Sitzreihen. Sie wirken ruhig, decken viel Fläche ab und fügen sich harmonisch in typische Praxisräume ein.
Sind viele kleine Akustikbilder besser als wenige große?
Für die Schallabsorption ist zunächst die insgesamt wirksame Fläche entscheidend, nicht die Anzahl der Bilder.
Mehrere kleinere Akustikbilder lassen sich auf unterschiedlichen Wandflächen verteilen und können so helfen, Reflexionen aus verschiedenen Richtungen zu reduzieren. Ein einzelnes großes Bild wirkt dagegen häufig optisch ruhiger und ist meist wirtschaftlicher.
Welche Lösung sinnvoller ist, hängt von der Raumgeometrie, den verfügbaren Wandflächen und den gestalterischen Anforderungen ab.
Wo sollte man Akustikbilder im Wartezimmer aufhängen?
Optimal sind die Wände gegenüber der Sitzplätze und gegenüber von Bereichen mit harten Reflexionsflächen (Fenster, Beton- oder Glaswände).
In größeren Räumen kann es hilfreich sein, die Absorber auf mehrere Flächen zu verteilen. Wenn wenig Platz an den Wänden vorhanden ist oder der Raum besonders hoch oder für einen Wartebereich sehr groß ist, können ergänzend auch Deckenabsorber eingesetzt werden.
Wie kann ich berechnen, wie viele Akustikbilder ich brauche?
Für eine erste Orientierung lässt sich die erforderliche Gesamtabsorption eines Wartezimmers nach DIN 18041 berechnen:
Raumvolumen (Länge × Breite × Höhe) × 0,20 = erforderliche äquivalente Schallabsorptionsfläche in m².
Dieser Richtwert gilt für Patientenwartezimmer mit einer Raumhöhe von bis zu 2,50 m.
Von der erforderlichen Gesamtabsorption wird die bereits vorhandene Schallabsorption durch Wände, Boden, Decke und Einrichtung berücksichtigt.
Die zusätzlich benötigte Fläche an Akustikbildern hängt von deren frequenzabhängiger Absorptionswirkung ab. Unsere Beispielberechnungen berücksichtigen deshalb die gemessenen Absorptionswerte unserer Akustikbilder.
Für eine erste Einschätzung können Sie sich an der obigen Tabelle orientieren.
Wie schnell verbessert sich die Akustik nach dem Anbringen von Akkustikbildern im Wartezimmer?
Die akustische Wirkung tritt sofort nach der Montage ein. Wie deutlich die Verbesserung hörbar ist, hängt davon ab, wie viel Absorptionsfläche angebracht wurde und wie hallig der Raum vorher war.
Bei ausreichend großer Absorberfläche klingt der Raum weniger hallig. Gespräche und andere Geräusche werden dadurch oft als weniger störend empfunden.
Welche Motive eignen sich für Wartezimmer?
Für die Einrichtung von Wartezimmern in Arztpraxen eignen sich beruhigende, natürliche Motive wie Landschaften, Wasser, Pflanzen oder grafische Strukturen. In Spezialpraxen können auch Motive aus der Themenwelt der Praxis sehr schön sein. Wichtig ist, dass die Stimmung im Raum positiv ist. Ihre Patient:innen sollen sich so wohl wie möglich fühlen, um das Stressniveau gering zu halten und damit das Gespräch bzw. die Behandlung optimal zu fördern.
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