Wenn ein Raum hallt, stellt sich fast immer dieselbe Frage: Brauche ich Akustikbilder an der Wand – oder Elemente an der Decke? Die Antwort ist einfacher, als viele denken.
Die wichtigste Grundregel
Akustikelemente wirken am effektivsten für den gesamten Raum, wenn Sie die erste Schallreflektion verhindern können.
Das bedeutet: Je näher ein Absorber an der Geräuschquelle und zu ihr positioniert ist, desto effektiver ist er.
Wann sind Akustikbilder an der Wand sinnvoll?
Akustikbilder an der Wand sind die richtige Wahl, wenn:
- Gespräche an festen Plätzen stattfinden (z. B. Schreibtisch, Esstisch)
- sich Personen relativ nah an den Wänden befinden
- der Raum eher klein bis mittelgroß ist
Typische Beispiele sind:
- Büros und Homeoffice
- Besprechungsräume
- Essbereiche
- Praxisräume
- Flure
In diesen Situationen entsteht der Schall meist auf Sitzhöhe und wird von der nächsten Wand direkt reflektiert – und genau dort sollte daher ein Absorberelement platziert werden.
Wann sind Deckenelemente sinnvoll?
Sobald Räume größer werden und die nächste Wand weiter weg ist als die Decke, wird der Schall zuerst an der Decke reflektiert. Das verändert auch die Anforderung an die Position der Absorber.
Deckenelemente sind daher besonders sinnvoll, wenn:
- der Raum offen und weitläufig ist
- sich viele Personen im Raum bewegen
- Geräusche nicht von einem festen Punkt ausgehen
Typische Beispiele:
- offene bzw. große Wohnbereiche ohne Zentrum
- Empfangsbereiche / Lobby
Durch die Größe des Raumes können Absorber nicht direkt im Umfeld der Schallquellen an den Wänden platziert werden – daher nutzt man nun die Decke, um das allgemeine Geräuschniveau im Raum zu reduzieren.
Wann muss man Wand- und Deckenelemente kombinieren?
In sehr großen Räumen mit stark diffuser Schallverteilung aufgrund unterschiedlichster Sprechrichtungen oder in Räumen mit sehr hohem Schallaufkommen setzt man auf die Kombination von Akustikelementen an der Wand und an der Decke.
Typische Beispiele:
- Restaurant und Cafeteria
- Großraumbüros
- Mehrpersonenbüros mit sehr viel Telefonzeit
- Offene Wohnbereiche mit Zentrum (z.B. Esstisch)
- Größere Büros mit 2 Nutzungsbereichen (z.B. Chefbüro mit Besprechungstisch)
In diese Nutzungstypen gibt es trotz der Größe des Raumes auch klare Richtungen des Schalls. Daher ist die Kombination sehr sinnvoll.
Lösungsbeispiele aus der Praxis
Fazit
Die Entscheidung lässt sich auf zwei Fragen reduzieren:
- Wo entsteht der Schall?
- Wie wird der Raum genutzt?
Daraus ergibt sich:
- Große Nähe zur Schallquelle → Wandlösung
- Große, offene Räume → Deckenlösung
- Unterschiedliche Nutzungsbereiche → Kombination
Wenn Sie unsicher sind, lässt sich mit wenigen Informationen schnell eine passende Lösung finden.



























